Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebes Orchester, Herr Stadtrat mit Gattin,
es ist mal wieder so einiges passiert seitdem wir uns das letzte Mal gemeldet haben, was wir wieder mal dem nur selten vorhandenen Internet in die Schuhe schieben möchten.
| Helden |
Als erster Stopp nach Airlie Beach wurde Townsville angepeilt und man kann sagen: Ganz coole Stadt mit einem riesigen Berg, den wir am ersten Abend erst mal hochgeklettert sind nachdem uns ein Opa gesagt hat, dass es vom Stadtzentrum nur circa 20 min bis zum Gipfel sind. Keine Ahnung was das für ein Greis war, aber wir waren dann auch mindestens 60 Minuten später oben und waren nass geschwitzt bis auf die Knochen. Aber nen geilen Ausblick mit Sonnenuntergang gab`s.
| Wir und ein Tier |
Am nächsten Tag sind wir dann via Fähre nach Magnetic Island geheizt und wurden da direkt enttäuscht. Wir wollten uns eigentlich 2 Scooter bzw. Roller leihen und damit die Insel erkunden. Martin oder Chrissi sollte May hinten drauf nehmen (Chris hatten wir ja in Airlie gelassen), weil diese nicht die meisten Führerscheine der Welt hat. Dafür braucht man aber in Australien wohl einen Motorradführerschein und deswegen sahen wird den Trip schon den Bach runtersiffen, da man Autos erst ab 21 Jahren leihen darf. Nachdem wir aber eine freundliche ältere Frau mit Tochter von unserem übertriebenen Talent als Fahrer überzeugt hatten, wurde ein Auge zugedrückt, wir bekamen ein kleines weißes Auto und bezahlten sogar weit weniger als für Scooter. Dann ging`s los und nach keiner halben Stunde haben wir auch direkt in einer engen kurve im Gebirge ne Radkappe verloren und einen Riss in eine zweite gefahren. Haben aber dann direkt alles wieder eingesetzt und mussten nicht draufzahlen :- ) Weiter ging`s zu den Rockwallabies. Minikängerus, die im Gebirge leben. Futter gekauft und die niedlichste Stunde der Reise gehabt! Es gab sogar Wallabies mit Baby im Beuten, ha! Dann nach fuhren wir weiter in einen Nationalpark in dem man Koalas in freier Wildbahn beobachten konnte! Wahnsinns Sache! Nachdem wir die restlichen schönen Strände angesehen (schwimmen ist ja wegen Stingern, also den tödlichen Quallen, nicht) ging`s zurück aufs Festland.
| Wir hassen Spaß |
Am nächsten Tag sollte es dann nach Rockhampton gehen, wo wir Chris wiedertreffen wollten (bzw. er wäre in den Bus zugestiegen). Wir haben diesen allerdings professionell verpasst und mussten 12 Stunden auf den nächsten warten. Die meiste Zeit haben wir einem freundlichen Cafe zugebracht, May hat sich spontan nen neuen Piercing gemacht und wir haben uns ein Aboriginal Culture Center angeguckt. War also doch nen guter Tag! Über Nacht ging`s dann direkt nach Agnes Water, da wir entschieden haben uns Rockhampton zu schenken, da wir so 2 Tage in Agnes Water anstelle von einem in jeder Stadt haben und uns so wenigstens Agnes Water und die Town of 1770 richtig angucken können. Über Nacht fahren spart nebenbei Hostelkosten! Chris sollte dort mittlerweile schon angekommen sein (hat seinen Bus ja nicht verpasst), war er aber nicht. Er kam dann nochmal 12 Stunden nach uns an und hatte eine 36 Stunden Fahrt quer übern Eastcoast hinter sich. Der Busfahrer hatte sich vertan, er hielt irgendwie wohl doch nicht in Agnes Water. Naja, wir waren dann wieder vereint, machten uns 2 mehr oder weniger ruhige Tage, liehen Fahrräder und erkundeten die Stadt (James Cook landete dort 1770 erstmalig auf australischem Boden), feierten im Hostel und konnten in Folge deswegen am nächsten Tag irgendwie nicht Surfen gehen. Dafür gab`s Riesenwellen in denen man dann später am Tag auch ohne Surfbrett dicken Spaß haben konnte.
| May und Chrissi am Rumhängen! hihihi |
Von Agnes Water gings dann via OZExperience-Greyhound nach Rainbowbeach. Alle normalen waren schon ausgebucht, aber wir haben ja seit Townsville Connections zu einer sehr netten Frau, die uns dort den späteren Bus gebucht hat, nachdem wir verzweifelt in ihrem Büro auftauchten, und uns ihre Nummer gab, und uns so einfach in einen kleineren, witzigeren Bus brachte. Das hatte nur Vorteile: Der Fahrer erklärt einem die Welt um einen herum und wir hielten einfach so in Budaberg an, wo der weltbekannte Budaberg Rum hergestellt wird. Nachdem Chrissi sich bei diesem Foto den Stromschlag seines Lebens an dem elektrischen Zaun hinterm Bild holte machten wir eine halbstündige Rumfabrikführung mit zwei Getränken inklusive für 10 Lobsen um 11 Uhr morgens. Kein schlechter Tagesstart!
In Rainbowbeach angekommen hörten wir uns erst einmal ein Briefing über Fraser Island an und guckten uns ein lustiges Video über die Verteidigungstechniken gegen Dingos an, was die Guides als gesetzmäßigen Schwachsinn abtaten. Am nächsten Morgen ging`s dann, nach einem unglaublich ausgiebigen Pancake-Frühstück bestehend aus ganzen 2 Minipfannkuchen, in aller Frühe los. Unser Team (bestehend aus uns, einem Schweizer, einem Österreicher und 2 Holländerinnen inklusive Stock im Allerwertesten) bepackte den für uns vorgesehenen Jeep mit Campingkram und eigenem Hab und Gut und ab ging`s auf die Insel.
| Christoph, Holländerinnen, Schweizer (Sylvian), wir |
Dort fuhren wir brav hinterm Guide her zu einem See, der an einer sehr eindrucksvollen Sanddüne gelegen war. Wobei man auf Fraser Island nicht auf Straßen, sondern einfach auf dem Strand mit dem 4-Wheel-Drive fährt (Zitat: “Der Stand ist eine Straße wie jede andere also kommt nicht auf die Idee dort zu schlafen!“). Jeder der Bock und Führerschein hatte durfte mal ran und es war leichter als man dachte. Es gab sogar Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder, viel Rumgerutsche und man durfte durch die ins Meer fließenden Bäche fahren. Nebenbei hat`s miesen Spaß gemacht. Leider spielte das Wetter nicht so mit, wie wir es gerne gehabt hätten, aber das störte die wenigsten und es wurde trotz Regen ausgiebig geplanscht. Danach fuhren bestiegen wir wieder das Auto, fuhren zur Campside und schlugen unser Lager auf. Da Christopher und Martin ganz touristenmäßig noch unzählige Fotos vom See machen mussten, kam unser Team leider als letztes am Campingplatz an, was zur Folge hatte, dass das 4er-Gespann kuschelig zusammen in einem 3-Mann-Zelt (was aber wohl eher für 3 sehr kleine Männer ausgerichtet war) schlafen musste. Wir hatten es allerdings noch besser getroffen als 3 junge Französinnen, die einfach mal gar kein Zelt hatten und beim Guide bzw. im Auto die Nacht verbringen mussten. Wir kochten unser Abendessen (dank der überkorrekten Holländerinnen strikt nach Essensplan) und ließen den Abend danach mit ein paar Bier und Gitarrenmusik in der Gesellschaft ein paar müllsackklaunender Dingos und unter Gooneinfluss zu Möchtegern-Oasismitgliedern mutierenden Engländern ausklingen. Leider schafften wir es nicht, unsere müden Augen bis 12 Uhr, da es hier um halb 7 auch schon stockduster ist, aufzuhalten und verpassten so Martins Geburtstag. Dieser wurde allerdings am nächsten Morgen mit einem geheimagentenmäßig mitgeschmuggelten Kuchen und einem noch viel geheimagentenmäßiger gekauften und mitgeschmuggelten Martin-taucht-am-Great-Barrier-Reef-Foto als Geschenk zelebriert.
| See am ersten Tag, ziemlich beeindruckend |
Nach dem Frühstück ging`s wieder ab ins Auto und los zu den Champagne Pools, in denen die hartgesottenen der Gruppe (zu denen wir nicht zählten) trotz Wind und Regen schwimmen gingen; dann auf eine Klippe, von der man einen wunderbaren Ausblick über das Eiland hatte und zum Abschluss zu einem Creek, durch den man laufen konnte, wenn man nicht den danebengelegenen Spazierweg nutzen wollte. Nachdem wir diese Stationen der Insel nun abgeklappert hatten, fuhren wir wieder zurück zum Campingplatz, machten Abendessen (dank der strikten Richtlinien vom Vortag viel zu viel, so dass wir uns gegenseitig zur Völlerei überredeten und trotzdem am Ende die Hälfte wegwerfen mussten) und genossen etwas Goon zur Feier von Martins Ehrentag.
Der dritte Tag begrüßte uns abermals mit Regen. Nachdem wir die Zelte und das Lager abgebaut und alles in den Anhängern der Guide-Autos verstaut hatten, fuhren wir zum Lake McKenzie, einem wirklich sehr schönen Fleckchen Erde und genossen nochmal das (sehr) kühle Nass, eher wir mit den Autos auf die Fähre fuhren und wieder aufs Festland übersetzten. Dort brachten wir dann all unser Campingzeug zurück und fuhren zurück ins Hostel, wo erst einmal der ganze Sand ausgiebig vom Körper geduscht und aus den Klamotten und Schlafsäcken gewaschen wurde. Geschafft von den anstrengenden Campingtagen fielen wir dann ziemlich früh in einen Dornröschenschlaf.
Insgesamt wars also ein ziemlich cooler Trip mit wunderschönen Naturschauplätzen, lustigem Rumgefahre und einigen coolen Leuten (und einigen Holländerinnen). Christoph, der Österreicher, arbeitet übrigens fürs ORF und hat schon Spielberg, Brad Pitt, alle Harry Potter-, Twilight- und Sex and the City-Stars und viele mehr interviewt. Nur das Wetter hat genervt. Dafür haben die Dingos Chris ein Shirt und nen Pullover geklaut (hehe). Hat er sich aber wieder zurückerkämpft.
| Rainbowsand in Rainbowbeach, Zufälle gibts |
Weiterhin haben wir nach Fraser Island noch einen 1,5 stündigen Surfkurs gemacht und waren ganz schön begeistert. Macht ziemlich Bock und ist sogar schaffbar (entgegen unser er Versagenserwartungen). Dann waren wir noch Delphine füttern, was eher semi-gut war. 200 Leute auf 2 Delphine. Die armen Tiere.
Weiter geht’s jetzt nach Noosa zum Australian Zoo und auf eine dreitägige Kanutour durch die Everglades!
Nebenbei ist die NYC-EP bald draußen. Nicht verpassen, sonst muss Chrissi wegen Schulden nach Hause!
Wirsing! Die 4 Wochenendtypen
Hinter uns: Townsville mit Magnetic Island, Agnes Water, Rainbow Beach, Fraser Island
Vor uns: Noosa, Brisbane
Hi an Alle,
AntwortenLöschenich bin schon total süchtig nach euren Einträgen und freue mich, dass es euch allen gut geht. Weiterhin alles Gute liebe Grüße Jeannette
An diesen Mount Platti in Townsville kann ich mich noch erinnern und dieses schrotte Boot auf (Brendan) Fraser Island schmückt im Übrigen das Cover der ATTS EP. Apropos, seit gestern gibt's hier so'ne EP von Not Your Choice. Kann sich hören lassen!
AntwortenLöschenja ganz toll australien und so. dafür liegt in köln schnee(matsch)
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